fudder.de/BZ: „Rap braucht wieder einen Märchenerzähler“, singt Alligatoah in der ersten Strophe seines neuen Albums „Schlaftabletten, Rotwein V“. Wie Recht er doch hat.

Rap ist nicht immer mit der Musik von Muskelprotzen gleichzusetzen. Ein guter Rapper hat auch lyrisch etwas zu bieten und weiß mit der Sprache zu spielen. So wie Lukas Strobel, wie Alligatoah mit richtigem Namen heißt. Er setzt auf Gesellschaftskritik statt auf eine goldene Rolex. Und das mit jeder Menge Sarkasmus und Ironie.

Für manche sind seine Texte dabei vielleicht zu derb. Doch Zeilen wie „Eigentlich geht es nur um Vögeln und Kacke“ das Markenzeichen des 28-Jährigen. Alligatoah betont dabei in verschiedenen Stimmlagen fast so aufgesetzt wie in einem Theaterstück seine Texte. Dabei werden seine Lyrics mit passenden Melodien untermauert: Countrymusik bei „Alli-Alligatoah“ und Rocksound bei „Hass“.

Eine bunte Klangmischung aus 16 Songs – ob es zu viel des Guten ist, das bleibt Geschmackssache. Doch weiß Alligatoah zumindest seine Rolle als Sprachrohr zu nutzen und beweist, dass Märchenerzähler manchmal doch die besseren Rapper sind.

Foto: Promo/Trailerpark

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