fudder.de: Dank Freiburg weiß Maeckes, wie man wirklich Party macht! Der Rapper von den Orsons tobte in seinem gelben Anzug auf der Bühne und Schmusesänger Maxim hat mit seiner rauen Stimme die Zuschauer bei dem Doppelkonzert in der Brauerei Ganter zu Tränen gerührt.

Die Stage: Gelber Anzug und flackernde Lichter

In der Halle der Brauerei Ganter riecht es nach frisch gebrautem Bier. Ein Gitarrist zupft an seiner Gitarre: die ersten, leisen Töne von „Der Misserfolg gibt mir Unrecht“ erklingen. Maeckes ist in einen hellgelben Anzug geschlüpft, mit weißem Hemd und weißem Anstecktuch. Das Jackett ist zugeknöpft, der Rapper wirkt adrett – doch etwas apart: Er steht still in der Mitte der Bühne vor einer Wand mit aufgedruckten Wolken. Maeckes singt leise in das Mikrofon, umklammert den Mikrofonständer mit seinen Händen und starrt mit seinen riesengroßen, hellblauen Augen in die Menge der Zuschauer. (Fotos vom Konzert)

Plötzlich wird der Gitarrist schneller und die Musik lauter. Der Drummer trommelt wild auf seinem Schlagzeug und Stroboskoplicht flackert in lila Farben. Maeckes öffnet hastig beide Knöpfe seinen Jacketts, schüttelt seinen Kopf, springt hoch, nach links und rechts, quer über die Bühne, fuchtelt mit seinen Armen. Fast fällt er hin. Der hellgelbe Anzug spannt an seinem Rücken – man hat Angst, dass gleich die Nähte reißen. Jetzt packt er den Mikrofonständer fester, reißt ihn mit einer Hand zu sich und brüllt „Der Misserfolg gibt mir Unrecht“ und stampft mit beiden Beinen auf den Boden.

Er reißt seine Augen weit auf, sein Kopf läuft rot an. Dann wird die Musik wieder leiser – wieder steht Maeckes stillt da. Er starrt in die Menge der Zuschauer, schließt langsam beide Knöpfe seines Jacketts – und atmet schwer: tief ein, tief aus.

Die Stage: Schwarzer Hut und Gänsehaut

Etwas ruhiger wird ist es hingegen bei der zweiten Hälfte des Doppelkonzerts. Nach etwas über einer Stunde schlendert Maeckes von der Bühne – mit Schweißtropfen auf der Stirn und einem durchnässten hellgelben Anzug. Trotz wilder Tanzerei auf der Bühne ist keine Naht gerissen. Die bunten Lichter werden ausgeknipst. Es folgt Maxim: Der Mann mit Schnäuzer wirkt etwas kleiner und zierlich als Maeckes. Er ist von seinen Schuhen bis zu der Lederjacke und dem Hut auf seinem Kopf in Schwarz gehüllt.

Im Hintergrund steht in einem linearen Schriftzug Maxim an der Wand geschrieben. Der einzige Farbklecks auf der Bühne ist der rote Lippenstift der Backgroundsängerin, die hinter einem Keyboard steht. Es flackern keine bunten Lichter – lediglich ein Scheinwerferlicht beleuchtet den Sänger. Er schließt die Augen und haucht mit seiner rauen, tiefen Stimme den ersten Ton in das Mikrofon. Der Ton hallt durch die Brauerei. Gänsehaut macht sich auf den Armen breit.

Die Crowd

Ein junger Mann mit schulterlangen, braunen Haaren und Vollbart tanzt an der Absperrung der ersten Reihe. Er hüpft zu Maeckes´ Song „Partykirche“ auf und ab und nickt mit dem Kopf zu Maxims „Meine Worte“. Rechts am Rand des Publikums betrachtet eine ältere Dame mit grauem Haar und pinker Jacke kritisch, was auf der Bühne passiert. Ihre Hände sind zusammengefaltet, der Rücken ist gerade gestreckt. Sie schaut nach links und rechts, ob sie jemand beobachtet – dann fängt auch sie an im Takt mit ihrem Fuß auf den Boden zu tippen.
Viele verliebte Pärchen kuscheln sich aneinander. Mädchen kreischen bei Maeckes – andere verdrücken eine Träne bei Maxim. Die Halle der Brauerei ist zur Hälfte gefüllt: Die Crowd springt und schubst im Circle, singt im Chor die Lieder mit – und zuckt das Feuerzeug.

Track-Check

Maeckes überzeugt mit einer wilden Show, Maxim mit seiner tiefen Stimme – doch nicht nur: Auch Maxim gelingt es mit „Willkommen im Club“ die kuschelnden Pärchen aus ihrer Reserve zu locken und zum Tanzen zu bringen – und Maeckes beruhigt seine Partymeute indem er seinen sanfteren Pop-Song „Jetzt“ einspielt. Während Maeckes hauptsächlich die Lieder aus seinem neuen Album „tilt“ spielt, stecken in Maxims Song-Repertoire auch seine älteren Hits wie „Meine Soldaten“.

Flirtalarm

„Oh mein Gott seine Augen! Hast du seine großen, blauen Augen gesehen?“, hört man Mädchen immer wieder tuscheln. Ein Wimpernschlag von Maeckes reicht aus, um sich für einen kurzen Augenblick in ihn zu verlieben.

Das war geil

Maeckes verrät vor dem Konzert einem Gewinner des Meet and Greet, dass er vor ein paar Jahren zu Gast auf einer Freiburger WG-Party war: In der Kult-WG „Quattro“ des Freiburger Studentenheims im Vauban. Tja, nur dank Freiburg weiß Maeckes, wie man richtig Party macht – könnte man zumindest behaupten.

Pauschalurteil

Es wurde getobt, gehüpft und gekuschelt. Für nur knapp 30 Euro war man Teil zwei fantastischer und abwechslungsreicher Konzerte.

Foto: Promo/Veranstalter

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